Prof. Dr. Ulrich Mittelkötter, seit Sommer 2024 Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie der Stadtklinik in Hemer, und Prof. Dr. Waldemar Uhl, langjähriger medizinischer Leiter der Viszeralchirurgie am St. Josef-Hospital Bochum, blicken auf eine über zwanzig Jahre währende enge Zusammenarbeit zurück, die nun mit der neuen Partnerschaft weiter gestärkt wird.
Erfolgreiche Partnerschaft auf Basis von Expertise und Freundschaft
Die beiden Chirurgen haben über zwei Jahrzehnte hinweg zusammengearbeitet und dabei den Fachbereich der Viszeralchirurgie entscheidend geprägt. „Gemeinsam haben wir vor 20 Jahren den Fachbereich der Bauchchirurgie im St. Josef-Hospital, der Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum, aufgebaut und neu strukturiert. Besonders im Bereich der Pankreas-, Speiseröhren- und Darmchirurgie haben wir Meilensteine gesetzt“, erklärt Professor Uhl, der den engen fachmedizinischen Austausch und die Freundschaft zu Professor Mittelkötter sehr schätzt.
Besondere historische Momente gab es im Jahr 2006, als das St. Josef-Hospital unter ihrer Leitung als erstes Darmkrebszentrum der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziert wurde. „Wir waren ein Pilotkrankenhaus, das die Standards für die Behandlung von Darmkrebs setzte“, so Uhl. Diese Erfahrungen und die daraus resultierenden hohen Standards kommen nun auch den Patienten der Allgemein- und Viszeralchirurgie der Hemeraner Stadtklinik zugute, die von Professor Mittelkötter als Chefarzt geführt wird.
Bedeutung der neuen Kooperation im Kontext der Krankenhausreform
Die Krankenhausreform in Deutschland sieht vor, dass bestimmte hochspezialisierte Eingriffe nur noch in großen Zentren durchgeführt werden dürfen. Davon betroffen sind auch komplexe Operationen der Viszeralchirurgie, wie Eingriffe an der Bauchspeicheldrüse (Pankreas), der Speiseröhre und der Leber. Diese Eingriffe werden künftig im St. Josef-Hospital Bochum durchgeführt, während die Patienten in der Stadtklinik weiterhin die notwendige Diagnostik und Vorbereitung auf höchstem Niveau erhalten. Nach den Eingriffen werden die Patienten wieder nach Hemer zurückverlegt, wo sie die Nachsorge in vertrauter Umgebung genießen können.
„Diese Zusammenarbeit bietet unseren Patienten eine klare Win-Win-Situation: Sie profitieren von der Expertise des St. Josef-Hospitals und der vertrauten Nachsorge in der Stadtklinik“, erklärt Professor Mittelkötter. Nur für die hochkomplexen Eingriffe an der Bauchspeicheldrüse, der Leber und der Speiseröhre erfolgt die Verlagerung nach Bochum, alle anderen chirurgischen Eingriffe werden weiterhin in Hemer durchgeführt.
Vorteile für Patienten und medizinisches Personal
Ein herausragender Vorteil der Kooperation ist die hohe Qualität der medizinischen Versorgung, die durch die enge Zusammenarbeit der beiden Kliniken gewährleistet wird. Die Patienten können sicher sein, dass sie eine Behandlung nach den gleichen Standards erhalten, die auch an der Universitätsklinik St. Josef-Hospital der Ruhr-Universität Bochum praktiziert werden. „Wir sprechen die gleiche Sprache“, sagt Professor Mittelkötter. „Wenn das Telefon in einer der Kliniken klingelt, bereden wir den Fall direkt. Professor Uhl und ich verstehen uns sofort. Das schafft Vertrauen und Transparenz für unsere Patienten.“
Für das medizinische Personal beider Einrichtungen bedeutet die Kooperation zudem eine wertvolle Gelegenheit zur Weiterbildung. Die Möglichkeit von Rotationen von Ärztinnen und Ärzten in beiden Kliniken ermöglicht es, Erfahrungen bei großen Operationen zu sammeln und die fachliche Kompetenz kontinuierlich zu erweitern. „Die Weiterbildung der Ärzte ist ein zentraler Aspekt dieser Kooperation“, betont Professor Uhl. „Insbesondere in der Viszeralchirurgie sehen wir ein zunehmendes Problem darin, dass die tiefe fachliche Expertise bei unserem Nachwuchs gefährdet ist. Durch diese Kooperation gewährleisten wir, dass die nächste Generation von Chirurginnen und Chirurgen die notwendige Ausbildung auf höchstem Niveau erhält.“
Stärkung der regionalen Gesundheitsversorgung und Ausbildung
Die Kooperation zwischen der DGD Stadtklinik Hemer und dem St. Josef-Hospital Bochum geht jedoch über die viszeralchirurgischen Fachgebiete hinaus. So kooperiert die DGD Lungenklinik Hemer bereits seit Jahren mit dem St. Josef-Hospital Bochum über das Netzwerk des Ruhr-Universität Comprehensive Cancer Centers (RUCCC). Beide Hemeraner Kliniken arbeiten im Verbund der DGD Kliniken Hemer unter dem Dach der DGD Stiftung. „Diese Partnerschaft mit Hemer hat sich über die Jahre als äußerst erfolgreich erwiesen, und wir sehen großes Potenzial, das Netzwerk weiter auszubauen“, erklärt Professor Mittelkötter.
Ziel ist es, nicht nur eine exzellente Patientenversorgung zu gewährleisten, sondern auch die Facharzt-Weiterbildung der Mediziner weiter zu stärken und die Qualität der Chirurgie in der Region langfristig zu sichern. „Wir möchten kein Problem in der Versorgung der Patienten bekommen. Daher ist es entscheidend, dass wir unsere Kompetenzen bündeln und so eine qualitativ hochwertige und zukunftssichere Versorgung gewährleisten“, so der Bochumer Mediziner Uhl.
Erste Patienten bereits erfolgreich behandelt
Patientinnen und Patienten, die nun schon von der neuen Kooperation zwischen der DGD Stadtklinik Hemer und dem St. Josef-Hospital Bochum profitiert haben, wurden bereits erfolgreich behandelt. „Die Patienten fühlen sich sehr gut aufgehoben und können sich darauf verlassen, dass sie eine hochwertige, auf ihre Bedürfnisse abgestimmte Behandlung erhalten“, berichtet Chefarzt Professor Mittelkötter. „Die enge Zusammenarbeit zwischen den beiden Kliniken sorgt dafür, dass es keine blinden Flecken in der Versorgung gibt und dass die Patientinnen und Patienten in jeder Phase ihrer Behandlung bestens betreut werden.“
Ausblick: Erweiterung der Kooperation
Ein weiteres Ziel der Partnerschaft ist die Erweiterung auf weitere Fachbereiche, wie zum Beispiel die Proktologie. „Durch die Bündelung unserer Expertise können wir noch mehr Patienten eine bestmögliche Versorgung bieten und gleichzeitig dem zunehmenden Fachkräftemangel in der Region entgegenwirken“, erklärt Professor Mittelkötter mit Blick in die Zukunft. „Mit unserem neuen Konzept sind wir Vorreiter in der medizinischen Versorgung“, so Professor Uhl. „Diese Kooperation stellt eine zukunftsfähige Struktur für die Viszeralchirurgie und die medizinische Ausbildung dar und ist ein Modell für eine qualitativ hochwertige und patientenorientierte Versorgung in der Region.“
Neue Kooperation: DGD Stadtklinik Hemer und St. Josef-Hospital Bochum stärken die Viszeralchirurgie in der Region Hemer und Bochum
Prof. Dr. Ulrich Mittelkötter (li.), seit Sommer 2024 Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie der DGD Stadtklinik Hemer, und Prof. Dr. Waldemar Uhl, langjähriger medizinischer Leiter der Viszeralchirurgie am St. Josef-Hospital Bochum, blicken auf eine über zwanzig Jahre währende enge Zusammenarbeit zurück, die nun mit der neuen Kooperation weiter gestärkt wird.
(Foto: Anja Haak, DGD Stadtklinik Hemer)
Seit Januar 2025 tritt eine wegweisende Kooperation zwischen der DGD Stadtklinik Hemer und dem St. Josef-Hospital Bochum in Kraft, die die Versorgung von Patientinnen und Patienten in der Viszeralchirurgie auf ein neues Niveau hebt.